Fakten kurz gefasst 1: Was ist unter schwedischer Forstwirtschaft zu verstehen?

Wie viel Wald gibt es in Schweden?

Viel. Das kleine Schweden ist ein großes Waldland. Mehr als die Hälfte der gesamten Landfläche Schwedens, 57 % oder 23 Millionen Hektar, sind mit Wald bedeckt. Dies entspricht der Oberfläche von ganz Großbritannien. Ein Hektar ist ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 100 Metern, dies entspricht fast zwei Fußballplätzen.

Eine der effizientesten Forstwirtschaften
der Welt

Diese Waldbesitzer bilden zusammen die schwedische Forstwirtschaft, die zu den effizientesten der Welt gehört. Das Abholzen erfolgt mit modernen Maschinen, die pro Stunde
mehr als 100 Bäume fällen und verarbeiten können. In jedem Jahr werden in Schweden ungefähr 85 Millionen Kubikmeter Wald geerntet. Das sind mehr als 1,5 Millionen vollbeladene Holztransporter pro Jahr.

Wer besitzt und nutzt die ganzen schwedischen Wälder?

Wie viel ist der ganze schwedische Wald in Geld wert?

Gehen wir einmal davon aus, dass der Durchschnittswert eines Kubikmeters ca. 300 Kronen beträgt. Multipliziert mit der Gesamtmenge von 3 Milliarden Kubikmetern sind das 900 Milliarden Kronen oder ca. 90 Milliarden Euro oder ca. 1,07 Milliarden US-Dollar. Das ist ungefähr ein Fünftel des gesamten Schwedischen BIP!

Außerdem enthält der schwedische Wald ja auch noch andere Werte. Für viele Schweden hat er einen großen Erholungswert. Der Wald und die Forstwirtschaft sorgen direkt und indirekt für Beschäftigung. Die schwedische Gesellschaft profitiert ebenfalls von der Forstwirtschaft. Beispielsweise in Form von Steuern, die die Unternehmen der Forstwirtschaft zahlen und den Gewinnen, die die staatlichen Forstbetriebe, wie beispielsweise Sveaskog, erzielen.

Auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht – in Schweden wächst mehr Wald als abgeholzt wird (!)

Mit einer solchen effizienten Forstwirtschaft und so großen Mengen, die abgeholzt werden, könnte man glauben, dass der schwedisch Wald Gefahr läuft, zur Neige zu gehen. Aber es ist tatsächlich umgekehrt. Der Wald wächst mehr als 120 Millionen Kubikmeter jährlich, aber nur 75 % des Zuwachses werden abgeholzt.

Worauf beruht die Zunahme? Darauf, dass der schwedische Wald auf eine Art und Weise bewirtschaftet wird, die Qualität und Zuwachs begünstigt. Und dass man nach jedem Abholzen wieder aufforstet. Für jeden Baum, der gefällt wird, werden drei neue gepflanzt.

Die Maßnahmen für Zuwachs und Regeneration führen nicht nur dazu, dass es mehr Wald gibt. Dem Wald geht es deswegen auch besser - gerade, weil man alte Bäume, die Artenvielfalt und
verschiedene Lebensräume fördert.

Was ist unter produktiver Forstfläche zu verstehen?

Darunter sind Forstflächen zu verstehen, die sich für die forstwirtschaftliche Produktion eignen und dafür vorgesehen sind. Dies bedeutet, dass man die Bäume wachsen lässt, um sie dann zu ernten (der Waldboden produziert im Durchschnitt mindestens einen Kubikmeter Holz pro Hektar und Jahr).

Es gibt heute ungefähr 3 000 Millionen oder 3 Milliarden Kubikmeter wachsenden Wald in Schweden. Man bezeichnet ihn als Holzvorrat. Würden wir den ganzen Wald abholzen und abtransportieren, würden wir dafür rund 54 500 000 Holztransporter benötigen!

So ist Schwedens Landfläche aufgeteilt

Zuwachs und Regeneration sind im schwedischen Gesetz geregelt.

In Schweden gibt es etwas, das Forstgesetz heißt. Man kann das Forstgesetz als eine Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und den verschiedenen Akteuren der Forstwirtschaft betrachten. Es regelt, wie der Wald sowohl in Bezug auf die Nutzung als auch auf die Umwelt behandelt werden soll. Im Gesetz steht unter anderem, dass man verpflichtet ist, den Wald nach dem Abholzen wieder aufzuforsten.

Das erste moderne Forstgesetz Schwedens wurde 1903 erlassen. Damals war der Waldbestand des Landes erheblich zurückgegangen. Ein wichtiges Ziel des Forstgesetzes war es, die Holzversorgung für die Zukunft zu sichern. Ein Zeichen für den Erfolg des Forstgesetzes ist, dass der Holzvorrat von 1950 bis heute um mehr als 200 % von 1 auf 3 Milliarden Kubikmeter zugenommen hat.

Verteilung der Baumarten


Kiefer 39 %, Fichte 42 %, Laubbäume 19 %

Was wird aus dem ganzen schwedischen Wald?

Ca. 45 %, rund 40 Millionen Kubikmeter, werden zu Nutzholz verarbeitet. Daraus werden Möbel, Bauholz - Bretter und Planken - und andere Holzprodukte hergestellt.

40-45 %, ca. 35 Millionen Kubikmeter, werden zu Holz für die Zellstofferzeugung verarbeitet. Daraus werden Zeitungen, Verpackungen und andere Papierprodukte produziert.

Aus knapp 10 %, 8-9 Millionen Kubikmeter werden Biobrennstoff mit dem dann Strom und Wärme erzeugt wird.

QUELLEN: Bioenergiportalen, Norsk Treteknisk Institut, Norsk Byggforskningsinstitut, SCB, Skogsstyrelsen, SLU, Sveaskog, WWF.